ACRIBiS

Die medizinischen Fachgesellschaften für Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen Instrumente zur personalisierten Risikobewertung, um Präventivmaßnahmen, Diagnosen und Behandlung individuell anzupassen. Die Umsetzung dieser Empfehlung in die klinische Routine ist in Deutschland unzureichend. Es fehlt an technischen Strukturen, um relevante Informationen häufig lang andauernden Patientenbehandlungen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen; die Datenspeicherung in elektronischen Gesundheitsakten ist unzureichend standardisiert bei fehlenden Schnittstellen und Konnektivitäten, um automatisierte individuelle Risiko-Berechnungen zu ermöglichen. Eine standardisierte Infrastruktur für reproduzierbare hochauflösende Biosignalanalysen (z. B. aus EKGs) als wichtige, bisher ungenutzte Ressource für individuelle Risikobewertungen fehlt. ACRIBiS kombiniert als innovatives, wegweisendes Konzept strukturierte klinische Aufzeichnungen und Biosignal-Analysen und erfasst dessen verbesserte Vorhersagekraft in der Realität.
ACRIBiS wird an allen Partnerstandorten a) eine standardisierte Erfassung von Herz-Kreislaufdaten etablieren, wobei die Patientenbehandlung vollumfänglich durch die ACRIBiS-Kohorte (ca. 4500 Patient*Innen) abgebildet wird b) die Infrastruktur der Medizininformatik Initiative (MII) mit einer interoperablen Biosignal-Integration verbessern c) die Vorhersagekraft mittels klinisch relevanter Risikomodelle auf der Grundlage einer föderierten MII- und NUM-Infrastruktur überprüfen d) das Risikobewusstsein der Patient*innen verbessern und diese durch Bereitstellung einer interaktiven Risikovisualisierung (App), entsprechend der Medizinprodukteverordnung, in die individualisierte Risikoidentifizierung einbeziehen.
ACRIBiS wird somit auf der Systemebene einen grundlegenden Baustein für das dynamisch lernende Gesundheitssystem der Zukunft beisteuern und auf Patientenebene den Weg zu einer nachweislich effektiven und dynamisch adaptiven klinischen Entscheidungshilfe ebnen.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, respektive das Institut für Medizinische Informatik und Statistik sowie die Klinik für Kardiologie werden als Implementierungspartner teilnehmen. Dies umfasst die Implementierung der im Rahmen des Projektes zu erarbeitenden kardiovaskulären Kerndatensatzes sowie die Integration und Bereitstellung von hochauflösenden EKG Daten (Langzeit-EKGs sowie Ruhe-EKGs) aus klinischen IT-Systeme

Projektdetails

Konsortiumskoordinator

MI-Leitung

Förderstelle

BMBF

Partner

Georg-August-Universität Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Universitätsklinikum Würzburg, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Thiem-Research GmbH, Technische Universität Dresden, Universitätsmedizin Essen, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Westfälische Wilhelms-Universität-Münster, Universitätsklinikum Ulm, Universität Bielefeld, Universität Siegen

Projektdauer

Start 04/2023
End 05/2024

Status

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