Das KULT-SH-Projekt zielt darauf ab, statistische Belege für die Nichtunterlegenheit der Telemedizin im Vergleich zu Vor-Ort-Besuchen in Bezug auf schwerwiegende Komplikationen zu liefern. Die Durchführung dieser Studie erfolgt unter Verwendung einer telemedizinischen Intervention bei krebskranken Kindern, die sich einer Chemotherapie unterziehen. Die Ergebnisse dieser Studie sollen den Weg für eine landesweite Einführung der Telemedizin als Standardversorgung für krebskranke Kinder sowie andere gefährdete Patientengruppen ebnen.
Im Rahmen der Studie werden Vor-Ort-Besuche auf der pädiatrischen Intensivstation eines großen Gesundheitszentrums mit großem Einzugsgebiet auf dem Land durch Telemedizin ersetzt. Bei krebskranken Kindern müssen häufige ambulante Besuche zur klinischen Beurteilung stattfinden, da ihr Gesundheitszustand ein höheres Maß an Vorsicht erfordert. KULT-SH soll beweisen, dass diese ambulanten Besuche auch mithilfe von Telemedizin durchgeführt werden können, ohne dass dies Nachteile für die medizinische Versorgung der Patienten mit sich bringt. Der Einsatz der Telemedizin soll das Risiko infektiöser Komplikationen verringern, die Häufigkeit stationärer Aufenthalte reduzieren, die Behandlungskosten senken und den Alltag der Patienten und ihrer Familien erleichtern.
Die telemedizinische Intervention basiert auf einer modularen IT-Architektur, die die Integration aller generierten Daten in eine persönliche elektronische Patientenakte (ePA) ermöglicht, Nachhaltigkeit gewährleistet und die Interoperabilität (IHE) fördert.
Die Vitalparameter der Probanden werden mit Hilfe technischer Sensoren automatisch erfasst. Die Daten der Sensoren werden über eine Bluetooth®-Schnittstelle automatisch in die KULT-SH-App des Projekts übertragen. Dieselbe App wird auch für Videokonferenzen mit dem medizinischen Personal verwendet. Um die sektorübergreifende Integration zu fördern, sind die Hausärzte mit Leserechten in der ePA ausgestattet.